Orientalischer Tanz, das ist der korrekte Name für Bauchtanz, ist im Original nicht der Tanz der Verführung gewesen! Seit Jahrhunderten spielt der Bauchtanz in der Gesellschaft des Mittleren Ostens die Rolle eines Volkstanzes, der bei speziellen Gelegenheiten von Männern, Frauen und auch Kindern angeschaut wurde.
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Mit dem Aufkommen des Islams lebten die Leute in nach Geschlechtern
getrennten Haushalten. Die Männer lebten in der einen Seite,
die Frauen und Kinder auf der anderen Seite des Hauses.
Das Wort „Harem“ deutet eigentlich nicht auf einen exotischen „Verführungsraum“
hin, in dem leicht gekleidete Frauen, dahingegossen auf großen Kissen,
darauf warten, ihre Verführungskünste beim Sultan einzusetzen.
Viel mehr bezeichnet der Name eigentlich den Teil des Hauses,
in dem die Frauen ihrer täglichen Arbeit beim Kochen, Nähen,
der Kindererziehung und nicht zuletzt Tratsch und Klatsch mit Freundinnen nachgehen.
Das Wort „Harem“ stammt von dem Wort „Haram“ ab, was verboten heißt.
Männern, die nicht zum Haushalt gehörten war es verboten,
die Frauenquartiere zu betreten, wenn sie ihre Freunde besuchten.
Man wollte die Frauen des Hauses vor Fremden schützen.
Wenn große Feste gefeiert wurden, blieben die Geschlechter streng getrennt
und Männer und Frauen feierten ihre eigenen Feste.
Nachmittags trafen dich die Frauen manchmal in den Häusern von
Geschwistern, Tanten, Cousinen oder Freundinnen um sich gemeinsam am
Tanzen zu erfreuen, als Ausdruck ihrer Lebensfreude.
Mit der Zeit wurde der europäische Einfluss im Mittleren Osten
größer und ägyptische Komponisten wie Mohammed Abdel Wahab
entwickelten einen neuen Musikstil, der stark vom wesentlichen
Orchestersound beeinflusst war. Die Städte entwickelten sich zu
den kulturellen Zentren der arabischen Welt.
Tanzstars wurden geboren und die frühen Tage der ägyptischen
Filmindustrie machten aus Samia Gamal, Tahia Carioca und Keti
internationale Stars und zum ersten Mal tauchte das von
Hollywood inspirierte Kostüm aus Büstenhalter und Tanzgürtel auf.
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Der Tanz des Mittleren Ostens, bekannter als Bauchtanz, ist eine sehr alte
Kunstform. Diesen anmutigen und facettenreichen Tanz mit sanften Körperdrehungen
findet man in den Tänzen Indiens und Polynesiens genauso wie im Mittleren Osten,
woher er stammen soll. Man sagt diese Form des Tanzes wurde im alten
Mesopotamien, während der ersten großen menschlichen Zivilisationsphase,
bei den Sumerern entwickelt. Die nächsten großen Zivilisationen auf dem gleichen
Boden waren Babylon und die Assyrer, die später Teil des persischen Imperiums wurden.
Dieser schöne und energetische Tanz wurde verbunden mit Gottesanbetung an
verschiedene mediterrane Gottheiten des mittleren Ostens,
wie z. B. die Isis der Ägypter, Innana der Sumerer, Ishtar von
Babylon, Astarte in Syrien, Athena in Griechenland und der Venus in Rom.
Obwohl es viele Hinweise und Darstellungen von tanzenden Frauen gibt,
gibt es keinen Beweis, dass die Frauen aus dem Volk oder die Priesterinnen
wirklich eine Form des Bauchtanzes ausübten. Es gibt jedoch Beweise,
dass die Art des hochenergetischen Tanzes mit der Art der Verehrung für
den israelitischen Gott eine enge Verbindung zeigt. Viele Passagen des
Alten Testaments beschreiben den Akt des Tanzens und Singens im Yaweh zu
preisen, begleitet von Becken, Tambourins, Trommeln und Flöten.
Dieser Tanz, der früher wahrscheinlich nur zur Ehrung und Preisung der
Götter sowie als Bitte um Gesundheit und Fruchtbarkeit aufgeführt wurde,
ist heute überwiegend nur noch als Unterhaltung auf Parties und in Nachtclubs
des Mittleren Ostens zu finden, genauso wie sonst überall auf der Welt.
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Aber seine eigentliche Natur, die manchmal zwischen Glitter und Glamour abhanden gekommen zu sein scheint, blieb unverfälscht. Er hat generell immer als Tanz der Darstellung von Arbeit, Geburt, des Aufwachsens, der Höflichkeit und der Sexualität und speziell der Götteranrufung für diese großen Bereiche des menschlichen Daseins gedient, präzise ausgedrückt, den weiblichen Teil hiervon.
Viele verschiedenen Aspekte des menschlichen Lebens und der Höflichkeit sowie die Bewegungen der wichtigsten Tiere sind in diesen Tanz eingeflossen. Er war seit frühesten Zeiten Ausdruck für Sexualität und Fruchtbarkeit. Zugleich wurde er benutzt zur sexuellen Instruierung von frisch verheirateten Paaren (Es ist interessant zu bemerken, dass auch heute noch professionelle Tänzerinnen im Mittleren Osten auf Hochzeiten, und um Mütter von Neugeborenen zu ehren, engagiert werden). Später wurden dann Darstellungen von Bewegungen von Pferden und Kamelen hinzugefügt, meistens von den Beduinen oder den arabischen Zigeunern.
Für die heutigen Tänzerinnen dieser alten Kunst gibt es viele Vorteile. Zum einen gibt es viele Verbindungen zu anderen Arten der Körperertüchtigung und zweitens gibt es einen großen gesundheitlichen Aspekt, z. B. reduziertes Risiko für Herz- und Kreislaufkrankheiten, Diabetes, Cholesterinspiegelreduzierung und eine höhere Fitness sowie Entspannung. Diese Kunst hilft den Ausübenden eine bessere Ausstrahlung, mehr Enthusiasmus und Lebensfreude zu entwickeln. Es ist eine sportliche und gesunde Aktivität für Frauen (und Männer!) jeden Alters.
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Der orientalische Tanz kann eine Quelle der Freude, Fitness und lebensverändernden Enthusiasmus sein für alle, die ihn ernsthaft praktizieren. Den Sinn für Schönheit, Grazie, Körperkontrolle und Stärke zu entwickeln kann in allen Lebensbereichen hilfreich sein und zu mehr Selbstvertrauen und Produktivität verhelfen. Für seht artistische, spirituelle oder emotionale Menschen kann er zu einer guten Quelle der Kreativität und des persönlichen Ausdrucks werden. Ebenso kann er ein meditatives Werkzeug sein um sich zu gehen und zu beten, so wie es ursprünglich einmal war. Er ist ideal geeignet, um mit seinem Körper, den Sinnen und dem Geist in Kontakt zu kommen.
Im Mittleren Osten ist der orientalische Tanz aber auch immer Vorbereitung für Mädchen von klein auf an, um gute Frauen und Mütter zu werden. Das Tanzen von früher Jugend an hilft ihnen, den Anforderungen des Lebens und des Kinderkriegens besser gewachsen zu sein. Ebenso sollen sie dadurch auch ein einfallsreicher und entgegenkommender sexueller Partner des Mannes werden. Sie können ihre Emotionen ausdrücken und Freude auf den vielen Feierlichkeiten, zu denen sie eingeladen werden, haben. Hier werden sie in einer liebevollen und konkurrenzfreien Atmosphäre von den anderen Frauen zum Tanz miteinander aufgefordert.
Heute gibt es viele Schulen und Vereine wo die Frauen ihrer Freude am Bauchtanz Ausdruck geben können. Die Schulen sind gute Plätze, um Geist, Körper und Emotionen zu entwickeln und zu lernen, sie zu kontrollieren.
Der Bauchtanz hat immerhin seinen Ursprung bereits in den frühen Dynastien. Abbildungen und Figuren von Tänzerinnen mit Posen, die auch heute noch getanzt werden, wurden gefunden und auf 5.000 vor Christi datiert.
Viele ägyptische Bilder und Vasen zeigen ebenfalls Tänzerinnen mit Bewegungen die wir auch heute noch kennen. Viele Geschehnisse haben den Tanz durch die Zeiten beeinflusst. |
Die „Gawazee“ (Zigeuner) aus Rajastan reisten durch Ägypten, Spanien und viele andere Länder als Straßensängerinnen oder Tänzerinnen mit ihrem eigenen, von Folklore beeinflussten Stil. Im Jahre 1844 wurde diese Art des Tanzes verboten. Man sagte den „Gawazee“ nach, dass sie eine Geheimsprache hatten von der mehrere Dialekte existierten. Der orientalische Tanz wurde ebenso durch die Türkei während des Osmanischen Reiches, als auch durch die Schwerttänze aus Saudi Arabien beeinflusst.
Viele der populären Tänzerinnen waren sehr geschickte Künstlerinnen und teilweise sehr politisch, so dass viele Männer in hohen Positionen Angst vor ihnen bekamen und sie als Prostituierte abstempelten, um sie unter Kontrolle zu halten.
Sicherlich hatten auch einige der Tänzerinnen dieses Attribut verdient, aber die meisten waren sehr respektierliche Damen, die von ihren Einnahmen eine Mitgift zusammensparten, um nach einer Hochzeit nicht mehr tanzen zu müssen. Bezahlt wurde immer in bar, meist in Münzen, die sie dann wie Schmuck in ihrem Haar befestigten.
Seltsamerweise fangen auch heute Frauen nach der Hochzeit nicht mehr mit dieser wundervollen Tanzform an. Früher wurde nur barfuß getanzt, spätere Abbildungen aus dem 19. und 20. Jahrhundert zeigen aber auch viele Tänzerinnen mit Schuhen, wahrscheinlich um sich von den Straßentänzerinnen zu unterscheiden.
Die heutige Reputation des Tanzes hat viel mit dem Einfluss von Hollywood zu tun, manchmal etwas billig oder zu glamourös, verbunden mit einem Nightclub-Image.
Sehen sie sich die Gesichter der Leute an wenn sie Bauchtanz erwähnen, immer werden sie einen Anflug von Skepsis und die Idee einer Halbwelt sehen. Vor hundert Jahren z. B. hatte Ballet eine ähnliche Reputation, und sehen sie sich Ballet heute an!
Viele Tänzerinnen versuchen heutzutage, dem Tanz den Respekt und die Ehrlichkeit zurückzugeben, den diese wundervolle und historische Tanzform sicher verdient und die sich mit der Musik und den Instrumenten von heute immer noch weiter entwickelt.
Puristen sollten bedenken, dass dieser Tanz immer zur jeweiligen Aktuellen Musik
getanzt wurde. Auch die Kostüme veränderten sich im Lauf der Zeit und man kann
gespannt sein, wie es in den nächsten Jahren weitergeht. Wer weiß, was das
nächste Jahrtausend bringt. Und so hoffen wir, dass der orientalische Tanz so
wunderbar und mystisch bleiben wird wie er es bisher war und den Menschen auch
weiterhin soviel Freude und Faszination schenken wird..! |
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